Letterbox

Februar 22, 2007 at 7:00 pm 2 Kommentare

So,

nachdem nun doch einige Tage schon vergangen sind, gibt es auch das eine oder andere Opfer zu beklagen: Unser Vorschlaghammer, seines Zeichens mit Holzgriff und 4 kg wiegend, hat leider etwas gelitten und einen Teil seines Stieles eingebüßt. Außerdem muß man ihn alle paar Schläge wieder neu einstielen, was auf die Dauer auch einfach nervig ist. Ein Segen bekommen wir bald einen Ersatzstiel, so dass wir wieder angemessen arbeiten können. Hier auf der Insel bekommt man leider nur viel zu dicke Stiele für Äxte: wobei sich direkt die Frage aufdrängt, wofür hier Äxte gebraucht werden? Die Anzahl der Bäume kann man an ungefähr 4 Händen abzählen..

Naja, das weitere zu beklagende Opfer, oder besser die Opfer, sind unsere Häute: Auf der Tour zu Letterbox, ein ganz im Osten liegender flacher Lavadome,
Blick auf Letterbox
haben wir uns beide schöne Sonnenbrände eingefangen: Schatten gabs auf der ganzen Tour nur an einer Stelle und immerhin waren wir etwa 5,5 Std. unterwegs. Am Ende habe ich in der prallen Sonne gefroren und dachte schon fast, einem Sonnenstich unterlegen zu sein, am Abend ging es mir (wenn auch nicht meiner Haut) aber gut. Ein Segen!

Letterbox ist ein ganz besonderer Ort, teilweise hat man das Gefühl in der tiefsten Wüste zu stehen, wüßte man nicht, dass soviel Wasser um einen herum ist. Außerdem ist der Dom an mehrern Stellen aufgrissen, aus den Rissen trat mafisches Magma aus, was den hellen Dom überlagert. Genannt wird dieses Phänomen hier „Devils Inkpot“. Hier wird so einige Mal der Teufel bemüht, um Orte zu benennen: Devils Riding School, Devils Ashpit, Devils Inkpot…. Das läßt auf eine ganz schön morbide Phantasie schließen 😉
Alles in allem ist dieser Dom einem Pfannekuchen ähnlich: Das hoch viskose Magma wurde herausgepresst und floß in alle Richtungen langsam ab. Man stelle sich einen Kuchenteig vor, den man durch eine Tüte aufs Blech quetscht – aber eben nicht nach unten, sondern nach oben. Als kleines Experiment zuhause: Macht das mal mit Mürbeteig (White Hill) oder geleeartigem Teig (Letterbox). Die Ergebnisse entsprechen in etwa den Formen der Lava-Dome in der Natur.

Für die Insel ist er vor allem als Nistplatz für Vögel von herausragender Bedeutung (fast so wie Boatswain Island, das für die Katzen unerreichbar und somit ein letzter Zufluchtsort war). Zu sehen haben wir bekommen:
Fairy Tern
Fairy Terns, die nicht landen können, weil sie nicht wieder abfliegen können. Also können sie nur an steilen Stellen landen, von denen sie sich quasi in die Tiefe stürzen können. Ab und an drängte sich der Eindruck auf, sie wollten auf unseren Köpfen landen. Hübsch sind diese Vögel allemal, ganz weiß, mit schwarzen Schnäbeln und riesengroßen schwarzen Augen.
Außerdem noch haben wir Frigate Birds gesehen, diese Art ist auf Ascension endemisch. Die Männchen haben rote Säcke am Hals, die sie bei „Weibchenkontakt“ aufsehenerregend aufblasen können (haben wir aber leider nicht gesehen, die Weibchen nisten schon alle).
Und natürlich die Masked Boobys. Sehen den Panzerknackern ein wenig ähnlich und pfeifen eine hübsche Melodie, wenn man ihnen zu Nahe kommt. Ob das als Abschreckung so wirksam ist, weiß ich allerdings auch nicht 😉

Herrje, eigentlich wollte ich nur einen kurzen Eintrag schreiben: Darüber wie unser Blog entsteht. Aber die Geschichte gibts dann nächstesmal, versprochen! (aber nur, wenn uns bis dahin nichts berichtenswertes passiert – was zugegebenermaßen eher unwahrscheinlich ist ;). Aber soviel sei gesagt: Für unseren Zugang zum Internet müssen wir unsere Laptops etwa 500 Meter ins Hotel schleppen und dort in der Lobby auf nem viel zu weichen Sofa sitzen.)

Nächstes Mal gibt es jedenfalls auch einen kurzen Bericht über meine Nacht am Strand (yet to come), und ob Schildkröten über mich rübergekrabbelt sind. Zur Not rufe ich dann Mr.Turtle 😉

Und bis dahin schicken euch viele Grüße,

Sebastian und Kirsten

PS: Schaut mal bei flickr vorbei, das eine oder andere Bild wird dort immer mal hochgeladen.

PPS: Die Bilder kommen heute leider etwas später – das Internet ist mal wieder grottenlangsam..

UPDATE: Ein paar Bilder endlich hochgeladen! Bei flickr auch 😉

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Shrek III Besonders?

2 Kommentare Add your own

  • 1. Holger  |  Februar 22, 2007 um 7:47 pm

    Hallo! Ich kann mir das ja überhaupt nicht vorstellen in ein paar Tagen über eine heiße Südsee Insel zu wandern… Aber gerade war einer da, der hat ungefähr 2 liter sonnencreme für Kirsten abgegeben!! Es wird also langsam ernst, Zeit für’s Probepacken.- Gerade habe ich noch mit Barry Weaver (University of Oklahoma) telefoniert. Ein wirklich netter Kerl. Er hatte meine e-mails nicht bekommen und deshalb gab es keine Daten. Jetzt hat er mir nicht nur alle geochemischen Daten aus Weaver et al.,1996 geschickt sondern dazu noch 17 (!) unveröffentlichte Ar-Ar Datierungen von den Lavadomen. Das ist doch super! Also, macht’s gut und kuriert eure Sonnenbrände…
    Bis bald

    Holger

    Antwort
  • 2. Gregor  |  Februar 25, 2007 um 10:48 pm

    Geil, in weniger als 14 Tagen einen Hammer zugrunde gerichtet – da wird noch geschafft! 🙂

    Viele Grüße!

    Antwort

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